Ratgeber · Moos, Algen und Flechten auf dem Dach

Moos vom Dach entfernen

Was Sie mit Bürste und Teleskopstiel selbst schaffen, warum der Bewuchs zurückkommt und an welcher Stelle Sie besser stehen bleiben.

Moos lösen Sie mechanisch: mit einer weichen Bürste oder einem Schaber am Teleskopstiel, von der Leiter an der Traufe oder vom Boden aus. Der Hochdruckreiniger gehört nicht dazu, Essig, Salz und Chlorbleiche ebenso wenig.

Was Sie so erreichen, bekommen Sie sauber. Der Bewuchs in den Ritzen und unter den Überdeckungen bleibt sitzen, und von dort wächst die Fläche wieder zu. Alles, wofür Sie die Dachfläche betreten müssten, ist der Punkt, an dem Eigenleistung aufhört.

Ursachen

Woher das Moos auf Ihrem Dach kommt

Moos braucht Feuchtigkeit und wenig Sonne. Ein Dach liefert beides, sobald die Fläche nach Regen oder Tau langsam abtrocknet. Deshalb ist der Bewuchs selten gleichmäßig verteilt: Die Nordhälfte steht grün, die Südhälfte bleibt lange fast frei.

Vier Dinge entscheiden über das Tempo. Die Himmelsrichtung, weil eine Nordfläche nach jedem Regen länger nass bleibt. Die Beschattung, weil Bäume über dem Dach Schatten, Laub und Feuchtigkeit zugleich liefern. Die Neigung, weil Wasser auf einem flachen Dach länger steht als auf einem steilen. Und die Ziegelart: Ein glasierter Tondachziegel bietet Sporen weniger Angriffsfläche als ein verwitterter Betondachstein, dessen Oberfläche mit den Jahren rauer geworden ist.

Sporen kommen mit dem Wind, und sie kommen jedes Jahr. Ein Dach, das an so einer Lage dauerhaft frei bleibt, gibt es nicht. Wie schnell die Fläche wieder zuwächst, hängt an denselben vier Punkten. Ein grünes Dach sagt deshalb wenig über die Qualität der Deckung und viel über den Standort.

Dachfläche mit flächigem dunklem Moos- und Algenbewuchs vor der Bearbeitung
Flächiger Bewuchs auf einer Wohnhausdeckung. Aus dieser Entfernung sieht man den Befall, nicht seine Ursache.

Wiederbewuchs

Warum das Moos nach dem Abbürsten wiederkommt

Was oben auf den Ziegeln sitzt, ist der sichtbare Teil. Der andere steckt in den Ritzen zwischen den Reihen, in den Fugen und unter den Überdeckungen, als feines Netz und als Wurzelfilz. Eine Bürste kommt an die Fläche. In diese Stellen kommt sie nicht.

Von dort wächst das Dach als Erstes wieder zu. Das erklärt die Enttäuschung, die auf fast jede Handreinigung folgt: Das Dach war sauber, und der nächste Bewuchs beginnt an genau denselben Stellen wie vorher. Der Fehler steckt nicht im Fleiß, sondern in der Reichweite des Werkzeugs.

Für die Eigenleistung heißt das: Wer nur bürstet, plant die Wiederholung besser gleich mit ein. An diese Stellen kommt sonst nur ein Mittel, das hineinläuft. Wir sprühen nach jeder Reinigung ein Algizid auf. Was gegen Chemie auf dem Dach spricht, steht weiter unten in diesem Text, und es gilt für unser Mittel genauso wie für den Kanister aus dem Baumarkt.

Eigenleistung

Was Sie selbst machen können

Der Teil, den Sie sicher erreichen, ist Ihre Arbeit. Von der Leiter an der Traufe kommen Sie an die untersten Ziegelreihen. Mit einem Dachschaber oder einer Bürste am Teleskopstiel erreichen Sie vom Boden aus die Fläche eines Garagen- oder Anbaudachs und je nach Stiellänge auch das untere Drittel eines Wohnhausdachs.

Vier Regeln entscheiden darüber, ob die Ziegel das ohne Spuren überstehen:

Und dann kommt der Punkt, an dem es aufhört: die Fläche, die Sie nur betreten könnten. Was dort steht, bleibt stehen. Das ist die ehrliche Bilanz einer Eigenleistung, und auf einem flachen Anbau oder einem niedrigen Nebengebäude reicht sie vollkommen aus.

  • Trocken arbeiten. Trockenes Moos bricht und fällt, nasses schmiert in die Fugen.

  • Das Werkzeug mit der Ziegelreihe von oben nach unten führen, damit sich kein Ziegel anhebt.

  • Weiche Borsten nehmen. Eine Drahtbürste hinterlässt Kratzer und Rostspuren auf der Oberfläche, die Sie danach sehen.

  • Rinne und Fallrohr ausräumen, bevor der nächste Regen kommt. Dort landet alles, was Sie herunterholen.

Grenzen der Eigenleistung

Wo die Grenze liegt

Auf einer geneigten Dachfläche zu stehen ist der gefährlichste Teil dieser Arbeit, und er hat mit der Reinigungstechnik nichts zu tun. Nasses Moos auf Ziegeln ist rutschig wie Eis. Eine Leiter, die an der Rinne lehnt, ist ein Aufstieg und kein Arbeitsplatz.

Dazu kommt die Frage, was die Deckung trägt. Ein Ziegel hält Ihr Gewicht nicht an jeder Stelle, sondern über seine Auflager. Alte Licht- und Wellplatten brechen unter einem Menschen ein, und zwar ohne Vorwarnung.

Faserzementplatten, die vor 1993 verlegt wurden, können Asbest enthalten. Bürsten, Schaben und Abstrahlen sind an so einer Deckung genau die Arbeiten, bei denen Fasern frei werden. Sie sind über die TRGS 519 geregelt und gehören in einen Betrieb mit der dafür nötigen Sachkunde. Wer nicht weiß, was auf seinem Dach liegt, klärt das, bevor er die Bürste ansetzt.

Wer die Fläche betritt, braucht eine Absturzsicherung, die einen Sturz auch auffängt. Für einen Nachmittag Moos ist das eine hohe Hürde. Sie ist der Grund, warum diese Arbeit auf steilen und hohen Dächern selten beim Eigentümer bleibt.

Person mit angelegtem Auffanggurt auf der Dachfläche
Auf der Dachfläche selbst wird Sicherungsausrüstung gebraucht. Dort verläuft die Grenze zwischen dem, was vom Boden aus geht, und dem, was nicht mehr.

Hochdruck

Was der Hochdruckreiniger anrichtet

Ein Ziegeldach ist keine dichte Wanne. Es leitet Wasser ab, weil jede Reihe die darunterliegende überdeckt. Ein Strahl, der von oben oder von der Seite gegen diese Ordnung drückt, kann Wasser dorthin befördern, wo bei einer Ziegeldeckung keines hingehört.

Der Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks beschreibt genau das in seinem Faktenblatt „Dachziegel und Dachsteine brauchen keine Beschichtung“ von Dezember 2018: Hochdruck ohne Chemie presse Wasser durch die Überdeckungen ins Gebäude. Der Schlusssatz desselben Papiers lautet: „Hochdruckreinigen oder Beschichten von Dachziegeln oder Dachsteinen sind nicht nötig und kaum dazu geeignet, eine Dachdeckung zu verbessern.“

Das Papier behandelt in erster Linie Beschichtungen, nicht Reinigungsangebote. Diese beiden Aussagen betreffen ausdrücklich die Reinigung, und sie kommen von dem Verband, der das Dachdeckerhandwerk vertritt. Seine eigene Empfehlung lautet, eine Deckung entweder zu erneuern oder unangetastet zu lassen. Das gehört zur Einordnung dazu, entwertet die technische Begründung aber nicht.

Dazu kommt die Lage, in der Sie dabei stehen. Sie halten eine Lanze, die zurückstößt, auf einer nassen Schrägfläche, und Sie sehen wegen des Sprühnebels weniger als sonst. Der Strahl nimmt außerdem mit, was obenauf liegt, und lässt zurück, was in den Ritzen sitzt. Was er an Zeit spart, kostet er an einer Stelle, die Sie am Reinigungstag nicht sehen.

Essig, Salz und Chlor: was Hausmittel auf dem Dach anrichten

Alles, was Sie auf ein Dach geben, läuft ab. Es geht über die Dachentwässerung in die Kanalisation, und wer Regenwasser sammelt, holt es sich in die Tonne und auf die Beete. Genau diesen Weg beschreibt derselbe Verband in demselben Faktenblatt und rät aus Umweltschutzgründen von der chemischen Reinigung der Dachfläche ausdrücklich ab.

Dieser Einwand trifft auch unser Algizid. Er steht hier trotzdem, weil er stimmt und weil Sie ihn kennen sollten, bevor Sie den ersten Kanister öffnen.

Die drei üblichen Hausmittel im Einzelnen: Essig ist eine Säure und trifft bei Betondachsteinen auf eine zementgebundene Oberfläche. Kochsalz bleibt in den Poren zurück, sobald das Wasser verdunstet ist. Chlorbleiche bleicht, was sie berührt, und läuft danach denselben Weg nach unten wie jeder Regen. Sie testen damit an einem Bauteil, das Sie nicht mal eben austauschen.

Ihre Reichweite ist außerdem dieselbe wie die des Strahls: Was in den Ritzen sitzt, erreichen die drei nicht. Der Bewuchs kommt aus denselben Stellen zurück, aus denen er vorher kam.

Wenn schon ein Mittel, dann eines, das für diesen Zweck zugelassen ist. Moosentferner sind Biozidprodukte und in der EU zulassungspflichtig; in Deutschland läuft das Verfahren über die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin. Zulassungsnummer und Einsatzbereich stehen auf dem Etikett.

Lesen Sie beides, bevor Sie sprühen, und fragen Sie dasselbe jeden Betrieb, der etwas auf Ihr Dach bringt.

Sie können auch einfach fragen, ohne Foto. Für Objektanfragen mit Adresse und Dachart.

Häufige Fragen zu Moos auf dem Dach

Ist Moos auf dem Dach schlecht?

Auf einer intakten Deckung ist ein dünner Bewuchs vor allem ein optisches Thema. Kritisch wird es, wo er den Wasserweg stört: Wenn Moospolster die Rinne füllen oder das Wasser hinter einer Kante halten, steht dort Nässe. Ein dickes, gewachsenes Polster über der ganzen Fläche gehört herunter. Ein grauer Algenschleier auf einem sonst gesunden Dach nicht zwingend.

Kann ich Moos mit Essig vom Dach entfernen?

Von Essig raten wir ab, und zwar aus zwei Gründen. Er wirkt als Säure auf eine zementgebundene Oberfläche, wenn Ihr Dach aus Betondachsteinen besteht. Und er läuft vollständig ab: über die Dachentwässerung in die Kanalisation, bei einer Regenwassersammlung auf Pflanzen und Erdreich. Der Dachdeckerverband rät aus genau diesem Grund von chemischer Reinigung der Dachfläche ab. Dazu kommt, dass Essig den Bewuchs in den Ritzen ohnehin nicht erreicht.

Welches Werkzeug brauche ich, um Moos vom Dach zu entfernen?

Eine weiche Bürste oder einen Dachschaber, beides am Teleskopstiel, dazu eine standsichere Leiter und einen Eimer für das, was herunterkommt. Nicht geeignet sind eine Drahtbürste, weil sie Kratzer und Rostspuren hinterlässt, und ein Hochdruckreiniger. Und keine Konstruktion, mit der Sie auf der Dachfläche stehen, ohne gegen einen Sturz gesichert zu sein: Das ist der gefährlichste Teil dieser Arbeit.

Kann ich das Moos mit dem Hochdruckreiniger abstrahlen?

Technisch geht das, sinnvoll ist es nicht. Der Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks hält Hochdruckreinigen in seinem Faktenblatt zu Dachziegeln und Dachsteinen von 2018 für kaum geeignet, eine Dachdeckung zu verbessern, und weist darauf hin, dass Hochdruck ohne Chemie Wasser durch die Überdeckungen ins Gebäude presse. Dazu stehen Sie mit einer zurückstoßenden Lanze auf nasser Schrägfläche, und der Bewuchs in den Ritzen bleibt trotzdem sitzen.

Welcher Moosentferner ist der richtige?

Einen Testsieger nennen wir Ihnen nicht, und vor der Produktfrage steht eine andere: Der Dachdeckerverband rät von chemischer Reinigung der Dachfläche generell ab, weil das Mittel über die Dachentwässerung abläuft. Wenn Sie sich trotzdem dafür entscheiden, achten Sie auf die Zulassung. Moosentferner sind Biozidprodukte, in der EU zulassungspflichtig, in Deutschland über die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin. Nummer und Einsatzbereich stehen auf dem Etikett.

Wie entferne ich Moos von Dachpappe oder einem Flachdach?

Vorsichtiger als auf einer Ziegeldeckung. Eine Bitumenbahn ist eine weiche, geschlossene Oberfläche, und ein Schaber hinterlässt darin Spuren, die bleiben. Nehmen Sie einen Besen mit weichen Borsten und arbeiten Sie ohne Druck. Ein Flachdach hat trotz der Ebene eine Absturzkante; ohne Sicherung gilt dort dieselbe Grenze wie auf der Schräge. Und der Wasserweg zählt mehr als die Optik: Halten Sie vor allem die Abläufe frei.

Wie verhindere ich, dass das Moos wiederkommt?

Ganz verhindern lässt es sich nicht, Sporen kommen mit dem Wind. Verlangsamen können Sie es: Äste zurückschneiden, die über dem Dach hängen, Laub von der Fläche und aus der Rinne holen und den Bewuchs entfernen, solange er dünn ist. Das Polster, das schon in den Ritzen sitzt, bekommen Sie damit nicht mehr heraus.

Wann sollte ich einen Betrieb holen?

Wenn Sie die Dachfläche betreten müssten, um an das Moos zu kommen. Außerdem bei einer Deckung, die Sie nicht einschätzen können, bei Faserzement mit Asbestverdacht und bei einem Polster, das über die ganze Fläche gewachsen ist. Alles, was Sie sicher von der Leiter oder vom Boden aus schaffen, brauchen Sie nicht zu vergeben.

Was tötet Moos dauerhaft ab?

Dauerhaft nichts. Jedes Mittel wirkt auf den vorhandenen Bewuchs, nicht auf die Bedingungen, unter denen er entstanden ist. Solange Schatten, Feuchtigkeit und Sporen dieselben bleiben, siedelt sich Moos erneut an. Was Sie beeinflussen können, ist das Tempo: überhängende Äste zurückschneiden, die Rinne frei halten und den Befall aus den Ritzen holen statt nur von der Oberfläche.

Wer entfernt Moos vom Dach?

Für die Fläche vom Boden aus reicht Ihr eigener Teleskopstiel. Sobald jemand auf das Dach muss, ist es eine Frage der Absturzsicherung — dafür gibt es Reinigungsbetriebe wie uns, die mit Sicherungsausrüstung arbeiten. Geht es um lose Ziegel, undichte Stellen oder Schäden an der Deckung, ist der Dachdecker zuständig und nicht der Reiniger.

Was bleibt

Bürsten Sie ab, was Sie von der Leiter und vom Boden aus erreichen, arbeiten Sie trocken und mit weichem Werkzeug, und räumen Sie hinterher die Rinne. Lassen Sie den Hochdruckreiniger stehen und die Hausmittel im Schrank. Übrig bleiben zwei Dinge: der Bewuchs in den Ritzen, an den kein Werkzeug herankommt, und die Fläche, die Sie nur betreten könnten. Das sind die beiden Gründe, aus denen es für diese Arbeit Betriebe gibt. Alles davor können Sie selbst.

Quellen

Wenn Sie es doch machen lassen wollen

Der Artikel erklärt bewusst auch den Weg ohne uns. Wo das gelöste Moos landet, ist dabei die zweite Frage: Es rutscht mit dem Regen in Rinne und Fallrohr. Diese Seiten sagen, wie wir in Ihrer Region arbeiten und was die Rinne betrifft.

Passt dazu

Arbeit mit der Lanze am Dachfirst, Auffanggurt angelegt, der Strahl läuft

Wenn Sie an die Fläche nicht herankommen

Auf der Leistungsseite steht, wie wir arbeiten: mit wenig Druck, mit einem Algizid gegen den Bewuchs in Ritzen und Netzen, abgesichert auf der Fläche und mit einer Trocknungsphase dazwischen. Wenn Sie einschätzen wollen, ob sich das für Ihr Dach lohnt, fangen Sie dort an.

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