Moos vom Dach entfernen
Was Sie mit Bürste und Teleskopstiel selbst schaffen, warum der Bewuchs zurückkommt und an welcher Stelle Sie besser stehen bleiben.
Ratgeber · Nutzen, Grenzen und Nachteile
Wir verkaufen Dachreinigungen und sagen Ihnen trotzdem: Nötig ist sie bei den meisten Dächern nicht. Es gibt drei Fälle, in denen sie sich lohnt, und die stehen weiter unten.
Für die meisten Dächer lautet die ehrliche Antwort: nötig ist eine Dachreinigung nicht. Ein bemoostes Ziegeldach hält den Regen ab wie ein sauberes. Sinnvoll wird eine Reinigung in drei Fällen: wenn der Bewuchs so dick geworden ist, dass das Wasser nicht mehr richtig abläuft. Wenn Sie das Haus verkaufen oder neu vermieten wollen. Und wenn Ihnen der Anblick Ihres eigenen Daches das Geld wert ist.
Was eine Reinigung nicht leistet, steht hier genauso: Sie repariert nichts und dichtet nichts ab, und was sie für die Lebensdauer Ihrer Deckung bedeutet, können wir Ihnen nicht belegen. Dazu kommen die vier Nachteile, die in Angeboten selten stehen, und der Fall, in dem Ihr Geld bei einer Prüfung durch einen Dachdeckerbetrieb besser aufgehoben ist.
Anlässe
Der erste Fall ist der einzige, in dem es um eine Funktion geht und nicht um den Anblick: Die Fläche ist so zugewachsen, dass sich Bewuchs löst und mit dem Regen nach unten wandert. Die Rinne ist dann nach jedem größeren Regen wieder voll, und Wasser läuft über den Rand statt durch das Fallrohr. Ausräumen hilft für diese Saison. Solange oben die Quelle sitzt, steht in der nächsten dasselbe wieder an.
Der zweite Fall ist der Verkauf oder die Neuvermietung. Hier zahlt der erste Eindruck mit: Wer zur Besichtigung kommt, hat das Dach längst gesehen, bevor er die Haustür erreicht. Ein zugewachsenes Dach legt nahe, dass auch anderes liegengeblieben ist, und ob das stimmt, ändert an dem Eindruck nichts. Was es am Ende im Preis ausmacht, kann Ihnen vorher niemand ausrechnen.
Der dritte Fall ist der ehrlichste: Sie wollen, dass Ihr Dach wieder nach etwas aussieht, und sonst nichts. Für das Aussehen des eigenen Hauses Geld auszugeben, ist ein normaler Grund, so wie ein neuer Anstrich am Gartenzaun ein normaler Grund ist. Er ist nur ein anderer als der, mit dem Dachreinigungen üblicherweise verkauft werden.
Optik
Trifft keiner der ersten beiden Fälle zu, bleibt der dritte allein übrig: Die Fläche ist grün, das Wasser läuft ab, im Dachgeschoss ist alles trocken, und niemand plant einen Verkauf. Dann kaufen Sie mit einer Reinigung den Anblick. Das ist ein Grund, aber es ist nicht der Grund, den Ihnen ein Anbieter nennen wird.
Wer Ihnen erklärt, Sie müssten reinigen lassen, damit Ihr Dach nicht kaputtgeht, verkauft Ihnen eine Dringlichkeit, für die er den Beleg schuldig bleibt. Wir haben dafür ebenfalls keinen, und deshalb steht er hier auch nicht.
Der Unterschied hat eine praktische Folge: Beim Anblick entscheiden Sie über den Zeitpunkt. Es gibt keinen Termin, den Sie verpassen können. Wie Ihr Dach das Warten aufnimmt, rechnet Ihnen ohnehin niemand aus, auch der nicht, der Sie zur Eile drängt. Eile am Telefon kommt aus dem Kalender des Anbieters.

Grenzen
Sie repariert nichts. Ein gerissener Stein ist nach der Reinigung ein sauberer gerissener Stein, und eine verrutschte Reihe liegt danach genauso schief wie vorher. Wir reinigen die Fläche, wir tauschen keine Steine und dichten nichts ab.
Sie macht das Dach nicht dichter. Regensicher wird eine Ziegeldeckung dort, wo die Steine einander überdecken und ineinandergreifen. Genau diese Stellen nennt der Dachdeckerverband in seinem Faktenblatt als die maßgeblichen, und an sie kommt beim Reinigen nichts heran. Wenn bei Ihnen Wasser im Haus ankommt, ist das ein Fall für einen Dachdeckerbetrieb und nicht für eine Reinigung.
Und über die Lebensdauer Ihrer Deckung sagt sie nichts, was wir belegen könnten. Das Verkaufsargument dazu werden Sie hören, und es geht so: Moos hält Wasser, im Winter gefriert das Wasser, der Stein leidet. Plausibel klingt es. Eine Quelle dafür haben wir nicht, und wer eine hat, sollte sie nennen können. Wir stellen deshalb auch nicht die Gegenbehauptung auf. Rechnet Ihnen jemand vor, eine Reinigung erspare Ihnen eine neue Eindeckung, fragen Sie nach der Rechnung dahinter.
Nachteile
Erstens kostet sie Geld, das Sie einmal ausgeben und danach für nichts anderes am Haus zur Verfügung haben. Das ist der banalste Nachteil und der, der in der Rechnung am Ende am schwersten wiegt.
Zweitens kommt der Bewuchs zurück. Wie schnell, hängt an Ihrem Grundstück: was rund um das Haus wächst, wie viel Sonne auf die Fläche fällt, wie feucht die Luft in Ihrer Ecke steht. Ein Datum dafür nennt Ihnen niemand seriös, wir auch nicht. Eine Dachreinigung ist damit keine Anschaffung, sondern eine Ausgabe, die irgendwann wieder ansteht.
Drittens ist jede Reinigung ein Eingriff. Es arbeitet jemand auf einer Deckung, die seit Jahrzehnten dort liegt, und alte Steine werden spröde. Wir arbeiten deshalb mit wenig Druck. Dass dabei nie etwas passieren kann, sagt Ihnen trotzdem kein Betrieb, der schon auf einem alten Dach gestanden hat.
Viertens bleibt das Mittel nicht oben liegen. Was gegen den Bewuchs auf die Fläche kommt, spült der Regen über die Dachentwässerung weiter, in die Kanalisation oder, wenn Sie Regenwasser sammeln, auf Ihre Beete. Mittel gegen Bewuchs sind Biozidprodukte und in Europa zulassungspflichtig. Wer Ihnen ein Angebot macht, sollte Ihnen sagen können, welches Präparat er einsetzt und wohin das Wasser danach läuft. Diese Frage geht an jeden Anbieter, uns eingeschlossen.
Gegenposition ZVDH
Der Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks hat im Dezember 2018 ein Faktenblatt veröffentlicht. Es behandelt die Beschichtung von Dachziegeln und Dachsteinen, nicht das Reinigungsangebot als Ganzes, und das gehört dazu, wenn man daraus zitiert. Sein Schlusssatz nennt allerdings beides in einem Atemzug: Hochdruckreinigen oder Beschichten seien nicht nötig und kaum dazu geeignet, eine Dachdeckung zu verbessern.
Ein weiterer Punkt des Papiers trifft unser Kerngeschäft direkter. Der Verband schreibt, Reinigungschemikalien gelangten über die Dachentwässerung in die Kanalisation, bei Regenwassersammlung auch auf Pflanzen und Erdreich, und rät aus Umweltschutzgründen ausdrücklich auch von der chemischen Reinigung einer Dachfläche ab, nicht nur von der Beschichtung. Diesen Satz wegzulassen und den Verband nebenan als Autorität zu zitieren, wäre unredlich. Er steht hier, weil er im Faktenblatt steht, und nicht, weil wir eine bequeme Antwort darauf hätten.
Der Schlusssatz nennt hohen Druck. Wir arbeiten mit wenig Druck, wörtlich trifft er uns also nicht. In der Sache trifft er trotzdem, und wir halten ihn für richtig: Eine Reinigung macht eine Dachdeckung nicht besser. Sie macht sie sauber. Ob Ihnen dieser Unterschied den Auftrag wert ist, ist die ganze Frage dieser Seite.
Einordnen sollten Sie das Papier trotzdem. Der Verband vertritt die Dachdecker, und seine Empfehlung im selben Text lautet, die Deckung entweder zu erneuern oder unangetastet zu lassen. Die Neueindeckung ist das Produkt seiner Mitglieder. Das entwertet seine technischen Argumente nicht, aber es steht daneben, und das Papier stammt aus dem Jahr 2018. Die einzelnen Punkte des Faktenblatts stehen mit unserer Antwort daneben auf unserer Seite zur Dachbeschichtung.
Es gibt einen Fall, in dem wir von einer Reinigung abraten: Sie wissen nicht, in welchem Zustand Ihre Deckung ist. Fehlende oder verrutschte Steine, Flecken an der Unterseite, feuchte Luft im Dachgeschoss, ein Sturm, nach dem nie jemand nachgesehen hat.
Dann ist der Grünbelag die zweite Frage. Die erste beantwortet ein Dachdeckerbetrieb, und er beantwortet sie an einem Bauteil, das Sie danach möglicherweise gar nicht mehr reinigen lassen wollen. Steht ohnehin fest, dass die Deckung heruntergeht, wäre eine Reinigung Geld auf ein Bauteil, das Sie entsorgen.
Diese Reihenfolge nimmt Ihnen nichts. Umgekehrt zahlen Sie zweimal: einmal für die saubere Fläche und einmal für die Arbeit, die darunter fällig war.
Reinigen lassen können Sie hinterher immer noch, und der Bewuchs wartet auf Sie.
Sie können auch einfach fragen, ohne Foto. Für Objektanfragen mit Adresse und Dachart.
Bei den meisten Dächern nicht. Moos und Algen sitzen obenauf, und die Oberfläche ist nicht das, woran ein Ziegeldach seine Regensicherheit hat. Nötig wird eine Reinigung erst, wenn der Bewuchs den Wasserablauf stört. Alles darüber hinaus ist eine Entscheidung über das Aussehen Ihres Hauses, und die dürfen Sie treffen, ohne sie zu begründen.
Vier, und sie stehen selten im Angebot. Sie kostet Geld, das danach für nichts anderes am Haus da ist. Der Bewuchs kehrt zurück, und wann, kann Ihnen niemand seriös sagen. Es arbeitet jemand auf einer alten Deckung, und altes Material verzeiht wenig. Und das eingesetzte Mittel verlässt die Fläche mit dem nächsten Regen über die Dachentwässerung.
Dafür haben wir keinen Beleg, also behaupten wir es nicht. Das übliche Verkaufsargument lautet, Moos halte Wasser, das Wasser gefriere im Winter und der Stein nehme Schaden. Klingt einleuchtend, belegt ist es damit nicht. Auch die Gegenrichtung können wir Ihnen nicht ausrechnen. Wer Ihnen dazu eine Ersparnis vorrechnet, sollte die Grundlage dieser Rechnung nennen können.
Der Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks hat 2018 ein Faktenblatt zur Beschichtung von Dachziegeln und Dachsteinen herausgegeben. Dessen Schlusssatz nennt Hochdruckreinigen und Beschichten nicht nötig und kaum geeignet, eine Dachdeckung zu verbessern. Aus Umweltschutzgründen rät er zusätzlich von der chemischen Reinigung ab. Zur Einordnung gehört: Der Verband vertritt die Dachdecker, und seine Alternative ist die neue Eindeckung.
Das ist der Fall, in dem sie am ehesten trägt. Ein Käufer bildet sich sein Urteil über ein Haus, bevor er drin war, und das Dach ist von der Straße aus der größte sichtbare Posten daran. Eine grüne Fläche weckt die Frage, was sonst noch liegengeblieben ist. Beziffern lässt sich der Effekt nicht, deshalb steht hier keine Zahl.
Müssen muss es gar nicht. Ein allgemeingültiges Intervall für Dächer gibt es nicht, und wer Ihnen eines nennt, hat es sich ausgedacht. Wie schnell eine Fläche wieder zuwächst, entscheidet Ihr Standort: Bewuchs in der Umgebung, Himmelsrichtung, Beschattung, Feuchte. Sie entscheiden danach, was Sie sehen, und nicht nach einem Kalender.
Ein Restrisiko bleibt, und wer etwas anderes sagt, war noch nicht oben. Auf einer Deckung, die seit Jahrzehnten auf dem Haus liegt, ist jeder Tritt und jeder Strahl eine Belastung, und altes Material verzeiht weniger als neues. Wir arbeiten deshalb mit wenig Druck. Ein Versprechen, dass nichts passieren kann, sollten Sie als Warnzeichen nehmen.
Wenn Sie am Zustand der Deckung zweifeln: Steine fehlen oder sind verrutscht, an der Unterseite zeigen sich Flecken, im Dachgeschoss steht feuchte Luft, oder nach dem letzten Sturm hat nie jemand nachgesehen. Ein Dachdeckerbetrieb beurteilt die Deckung selbst, und danach wissen Sie, ob sich eine Reinigung überhaupt noch lohnt. Andersherum zahlen Sie unter Umständen zweimal.
Sinnvoll ist eine Dachreinigung, wenn das Wasser nicht mehr sauber abläuft, wenn Sie verkaufen oder neu vermieten wollen, oder wenn Ihnen der Anblick das Geld wert ist. Notwendig ist sie darüber hinaus nicht, und wer Ihnen das anders verkauft, verkauft Ihnen eine Dringlichkeit ohne Grundlage. Zweifeln Sie am Zustand Ihrer Deckung, holen Sie zuerst einen Dachdeckerbetrieb. Die Reinigung läuft Ihnen nicht weg.
Was Sie mit Bürste und Teleskopstiel selbst schaffen, warum der Bewuchs zurückkommt und an welcher Stelle Sie besser stehen bleiben.
Der Preis hängt an Ihrem Dach, nicht an einer Tabelle. Woran Sie erkennen, ob zwei Angebote dieselbe Arbeit meinen.

Schicken Sie uns die Adresse, die Dachart und ein paar Aufnahmen. Was sich daran aus der Ferne nicht beurteilen lässt, schreiben wir Ihnen dazu. Wie wir arbeiten, steht auf der Leistungsseite zur Dachreinigung.